Archiv für den Monat: August 2018

Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit. Über Walter Benjamins Essay und dessen Bedeutung für die Gegenwart

Knapp 40 Seiten umfasst Walter Benjamins berühmter Aufsatz zur technischen Reproduzierbarkeit von Kunstwerken und gilt trotz dieser Kürze als „Gründungsdokument der modernen Medientheorie“.

In seinem Essay befasst sich Benjamin mit der Frage, wie die Möglichkeit, Kunstwerke unendlich zu reproduzieren, unsere Wahrnehmung von Kunst und unsere Bewertung und Interpretation von Wirklichkeit verändert. Der Aufsatz entstand 1936, als Benjamin selbst sich bereits ins Exil flüchten musste, also vor dem Hintergrund des sich zum Massenphänomen entwickelnden Faschismus. Doch hat er auch mehr als acht Jahrzehnte später noch nichts an Bedeutung verloren, weshalb er aus meiner Sicht unbedingt auf den Kanon jener Werke gehört, die in allen Schulen und Universitäten gelesen werden sollten.

Weiterlesen

Typische Fehler in Webtexten

Die ersten Wochen nach meinem Urlaub sind verstrichen und zum Glück waren die Auftragsbücher gut gefüllt. Während ich recherchierte und formulierte, überarbeitete und verwarf, fielen mir wiederholt einige Denk- und Merkwürdigkeiten auf, die ich als „typische Fehler in Webtexten“ notierte.

Einige davon habe ich für diesen Beitrag zusammengestellt und kommentiert. Doch ist mir folgende Bemerkung wichtig: Ich sammle und interpretiere solche Fehler nicht, um mich über andere lustig zu machen. Ich hasse solche Bezeichnungen wie „Deppenapostroph“ und bin auch kein Sprachpurist. Also bitte, nimm solche Sammlungen als Anregung, ungünstige, missverständliche oder ungewollt komische Formulierungen in den eigenen Texten aufzuspüren und nicht als Vorschrift von der Sprachpolizei!

Schon klar? Los geht’s!

Weiterlesen

Wer Gedichte interpretieren kann, schafft auch die Steuererklärung

Wenn es um unser hoffnungslos veraltetes Schulsystem geht, fällt garantiert der eine Satz: Warum lernen Schüler heute nicht, wie man eine Steuererklärung macht, statt Gedichte interpretieren zu müssen? Was lernt man von einer Gedichtinterpretation?

Die Antwort ist denkbar einfach: Alles. Denn wer gelernt hat, Gedichte zu interpretieren, der schafft auch die Steuererklärung, wird ein erfolgreicher Suchmaschinenoptimierer, lernt mit links Sprachen oder tüftelt sich ins Programmieren ein. Und er fällt nicht auf Fake News oder populistisches Geschwafel rein, egal von welcher politischen Couleur es geäußert wird.

Die Betonung liegt allerdings auf: Wer gelernt hat, Gedichte zu interpretieren.

Weiterlesen