Kategorie-Archiv: Literatur

Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache

Wie entstehen wissenschaftliche Tatsachen? Können Tatsachen überhaupt entstehen oder sind sie nicht immer schon vorhanden, bis sie eben jemand entdeckt? Bis beispielsweise ein Krankheitserreger gefunden und damit die Ursache für die Entstehung einer Krankheit nachgewiesen ist? Zeichnet sich Wissenschaft nicht gerade dadurch aus, dass sie sich von Fiktionen und Glaubenssätzen fernhält, dass sie Tatsachen nicht erfindet, sondern auf der Suche nach Erkenntnis vorfindet?

Wie naiv die Annahme ist, dass wissenschaftliche Erkenntnis unabhängig von ihren eigenen Voraussetzungen zu objektiven Tatsachen gelangt, zeigen die erstmals 1935 publizierten Aufsätze Ludwik Flecks, in denen er seine Lehre vom wissenschaftlichen Denkstil und Denkkollektiv erläutert.

Beeindruckend klar, schnörkellos und in der Absicht, sich einer reduktionistischen wie populären Auffassung von der Entstehung wissenschaftlicher Tatsachen zu widersetzen, legt Fleck darin dar, warum gerade die Medizin unter dem Zwang steht, Tatsachen zu entdecken, die in den von ihr gesetzten Rahmen passen. Was dazu führt, dass sie letztlich immer nur Antworten finden kann, die in ihren Fragestellungen bereits enthalten sind. Wissenschaft erscheint somit als ein Denkkollektiv unter vielen – in sich logisch und schlüssig, von einem Denkstil getrieben, der Ausgangspunkt und Zielvorstellung zugleich hervorbringt.

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Wo bekommt man E-Books auf Deutsch?

Neue Formate und Geräte tragen dazu bei, dass der Download immer rascher, das Lesen immer komfortabler wird. E-Books erobern die Herzen auch der deutschsprachigen Leser, doch sind Publikationen in deutscher Sprache noch dünn gesät oder nur schwer auffindbar. Wo findet man deutschsprachige Veröffentlichungen? Welche weiteren Möglichkeiten bestehen neben dem Kauf, um an deutschsprachige E-Books zu gelangen? Der folgende Artikel gibt einen ersten Überblick.

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Begeisterndes Babel – Poetry bei Shakespeares am 08.06.2013 in Bremen

Die deutsche Sprache kann Gefühle und Gesten benennen und definieren. Sie ist ein hervorragendes analytisches Werkzeug. Doch selten nimmt sie das, was sie benennt, in sich auf, findet sie Klang und Rhythmus, in dem andere Sprachen sich wiegen und bewegen. Statt sich in ihren Lauten zu offenbaren, zieht sie sich distanziert zurück. Vielleicht ist dies der Grund, weshalb sie sich immerfort nach etwas sehnt. So gesehen ist es verständlich, dass die einzige deutsche Lyrikerin an diesem Abend ihre Gedichte auf Englisch vorträgt. Gedichte, die sie auf Deutsch verfasst hat, die sich aber ihrer Aussage nach nur singen lassen, wenn man sie ins Englische übersetzt. Weiterlesen

„Jetzt hat man seine Zukunft gesichert. Ich werde Negerprinzessin.“*

Zum Bemühen um sprachliche Korrektheit in Kinderbüchern

Nein, ich will das Unwort „Neger“ nicht verteidigen. Aber in der Debatte um Pippi Langstrumpf und ihre literarischen Gefährten vermisse ich den Bezug zu dem, was Literatur auszeichnet. Astrid Lindgren schrieb weder Geschichten aus Kolonialherrensicht noch beugte sie sich gönnerhaft zu den jungen Lesern herab, um ihnen die Welt und deren korrekte Begrifflichkeit zu erläutern. Astrid Lindgren hat Weltliteratur geschaffen.

Weltliteratur für Kinder. Das ist etwas anderes, als pädagogisch wertvoll zu texten. Da werden keine Inhalte transportiert. Da darf gelogen werden, dass sich die Balken biegen. Mit dem Ziel zu unterhalten. Und mit dem Ziel, zu entlarven. Denn eine Welt, in der weiße und schwarze Kinder sich ihrer unterschiedlichen Hautfarben bewusst sind, in der sich Nord- und Südseebewohner als „ganz anders“ erkennen u n d neugierig aufeinander zugehen dürfen, ist eine erlogene Welt. Weiterlesen