Kategorie-Archiv: Rechtschreibung und Grammatik

“Friss oder stirb!” So verwendest du den Imperativ für deinen Call to Action

Der Call to Action gilt als Herzstück jeder Website, die etwas verkaufen oder Nutzer zu einer gewünschten Handlung bringen möchte. Der Ruf erscheint für gewöhnlich im Imperativ – zum einen ist der schön kurz, zum anderen ist dies im Deutschen eben die typische Form für Handlungsaufforderungen.

Leider stößt man im Netz aber immer wieder auf fehlerhaft formulierte Aufforderungen. So heißt es dann beispielsweise: Nehme teil (statt nimm teil). Ich vermute, dass es nicht nur Unkenntnis ist, die dazu führt, dass sich diese Kochbuch-Form immer weiter ausbreitet. Für manchen mag es irgendwie netter klingen – oder aber der Begriff Imperativ schreckt ab, weil man gelernt hat, ihn als Befehlsform zu interpretieren. Wer will seinen Kunden schon etwas befehlen.

Aber der Imperativ ist nicht wirklich ein bellender Imperator, sondern eine sparsame Form, einen Wunsch oder einen Vorschlag, manchmal auch einen guten Rat auszudrücken. Er verträgt sich sehr gut mit einem „bitte“ und wie immer macht der Ton die Musik. Daher ist er die angemessene Form, wenn du eine Person kurz und klar aufforderst, eine bestimmte Handlung auszuführen. Und das ist ja Sinn und Zweck jedes CTA.

Im Folgenden erkläre ich, wie der Imperativ gebildet wird und welche Sonderformen es gibt. Eine Tabelle hilft dir, die benötigte Form rasch abzulesen.

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Gern oder gerne?

Zunächst einmal: Mir ist es schnurz, ob jemand gern oder gerne schreibt oder spricht. Hauptsache, er,sie, es folgt der eigenen Leidenschaft! Und auch die anerkannten Autoritäten sind sich einig: Ein Unterschied ist nicht feststellbar. Trotzdem hat mich die Frage, ob es eine Regel gibt, nach der gern und gerne zu unterscheiden sind, nicht losgelassen. Eine Regel gefunden habe ich nicht – wohl aber Aspekte, die zu einer Unterscheidung führen. Gern stelle ich diese hier zur Diskussion.

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Groß- und Kleinschreibung

Wie lassen sich grammatische Regeln für Nichtgrammatiker zusammenfassen? Diese Frage beschäftigt mich immer mal wieder. Dieses Mal musste das Thema Groß- oder Kleinschreibung dran glauben. In diesem Beitrag erfahrt ihr

-          welche Wortarten großgeschrieben werden,

-          woran man sie erkennt,

-          wie man „sie“ und „Sie“ unterscheiden kann

-          und wann man nach dem Doppelpunkt mit Großschreibung beginnt.

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„An sonsten“: Wer mit einer Landtagswahl in Bayern Geld verdienen will, sollte investieren. In einen guten Texter oder in ein Lektorat!

Unter den derzeit beliebtesten Fehlern scheint subjektiven Beobachtungen zufolge „nicht representativ“ die Liste sehr weit oben anzuführen. Nun weiß jeder, der mich kennt, dass ich mich außerhalb meiner Arbeitszeiten nicht dafür interessiere, ob und wann Leute Rechtschreibsünden begehen. Ich frage mich lieber, woher der Fehler rührt, ob er vielleicht sogar eine „relative Berechtigung“ hat. Und schließlich: Jedem von uns unterlaufen Fehler, dem einen mehr, der anderen weniger. Manche führen zu lustigen Wortspielen, einzelne treiben einem die Tränen in die Augen. Aber zuweilen reicht es mir dann auch, weil ich erkennen muss: Da war mal wieder jemand zu geizig, dem Texter ein paar Euronen mehr zu zahlen. Da wurde so schluderig gearbeitet, dass es für jeden Texter und Korrektor eine Qual ist, hinzuschauen. Und dann muss ich einfach mal Dampf ablassen. So wie jetzt.

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Lasst mir den Dativ in Ruh!

Der Zwiebelfisch hat’s verkündet und alle, alle folgen sie ihm: Kein Forum mehr, in dem man sich des Genitivs entledigen dürfte durch ein einfach Hingeschludertes: Von wem ist dieser Beitrag? Sofort schallt das geballte Entsetzen dem Sprachverderber entgegen: Wessen Beitrag ist dies? Aber ist „von wem“ und „wessen“ wirklich dasselbe und macht es einen besseren Eindruck, wegen des schlechten Wetters nicht zum Vorstellungstermin zu erscheinen oder wegen dem? Zumal, wenn man zwecks Absage eh nur eine SMS an den Chef schickt? Weiterlesen