Kategorie-Archiv: Texten und Kommunizieren

Typische Fehler in Webtexten

Die ersten Wochen nach meinem Urlaub sind verstrichen und zum Glück waren die Auftragsbücher gut gefüllt. Während ich recherchierte und formulierte, überarbeitete und verwarf, fielen mir wiederholt einige Denk- und Merkwürdigkeiten auf, die ich als „typische Fehler in Webtexten“ notierte.

Einige davon habe ich für diesen Beitrag zusammengestellt und kommentiert. Doch ist mir folgende Bemerkung wichtig: Ich sammle und interpretiere solche Fehler nicht, um mich über andere lustig zu machen. Ich hasse solche Bezeichnungen wie „Deppenapostroph“ und bin auch kein Sprachpurist. Also bitte, nimm solche Sammlungen als Anregung, ungünstige, missverständliche oder ungewollt komische Formulierungen in den eigenen Texten aufzuspüren und nicht als Vorschrift von der Sprachpolizei!

Schon klar? Los geht’s!

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Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer, Vorsteuer oder: die ewige Last der Unterscheidung

Du fragst Dich schon seit Langem, warum ein und dieselbe Dienstleistung mal mit 7 % und mal mit 19 % besteuert wird? Die Kurzantwort lautet: Weil im ersten Fall Urheberrechte, im zweiten Fall „nur“ Gebrauchswerte geschaffen werden.

Es ist Monats- und Quartalsende und damit auch für uns Freiberufler Zeit, die Umsatzsteuervoranmeldung ans Finanzamt weiterzuleiten. Der Anlass ist günstig, sich mal wieder mit einem Aspekt zu befassen, der bei Berufsanfängern oft tiefe Verzweiflung auslöst: mit den unterschiedlichen Steuersätzen, die für ein und dieselbe Dienstleistung anfallen können. Texter beispielsweise berechnen entweder keine oder aber 7 % bzw. 19 % für ein und dieselbe Dienstleistung. Wie kann das sein?

Welche unterschiedlichen Steuersätze gibt es für freiberufliche Texter? Wie kommen sie zustande? Wer muss überhaupt Mehrwertsteuer entrichten und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer?  Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich versuchte, auf diese und weitere Fragen eindeutige Antworten zu erhalten. Anfragen an die zuständigen Behörden wurden aber nur mit dem Hinweis beantwortet, dass ich mich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten habe.

Gerade die sind aber teilweise so unklar formuliert, dass einige Freiberufler längst kapituliert haben. Aus Angst, etwas falsch zu machen, berechnen sie immer 19 %, also den regulären Mehrwertsteuersatz. Doch sind sie damit keineswegs auf der sicheren Seite, denn es kann in diesem Fall zu Rückforderungen kommen.

Aber greifen wir nicht vor, sondern versuchen wir, uns Schritt für Schritt der Sache zu nähern. Und beginnen mit der Frage: Wer muss überhaupt Umsatzsteuern abführen?

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“Friss oder stirb!” So verwendest du den Imperativ für deinen Call to Action

Der Call to Action gilt als Herzstück jeder Website, die etwas verkaufen oder Nutzer zu einer gewünschten Handlung bringen möchte. Der Ruf erscheint für gewöhnlich im Imperativ – zum einen ist der schön kurz, zum anderen ist dies im Deutschen eben die typische Form für Handlungsaufforderungen.

Leider stößt man im Netz aber immer wieder auf fehlerhaft formulierte Aufforderungen. So heißt es dann beispielsweise: Nehme teil (statt nimm teil). Ich vermute, dass es nicht nur Unkenntnis ist, die dazu führt, dass sich diese Kochbuch-Form immer weiter ausbreitet. Für manchen mag es irgendwie netter klingen – oder aber der Begriff Imperativ schreckt ab, weil man gelernt hat, ihn als Befehlsform zu interpretieren. Wer will seinen Kunden schon etwas befehlen.

Aber der Imperativ ist nicht wirklich ein bellender Imperator, sondern eine sparsame Form, einen Wunsch oder einen Vorschlag, manchmal auch einen guten Rat auszudrücken. Er verträgt sich sehr gut mit einem „bitte“ und wie immer macht der Ton die Musik. Daher ist er die angemessene Form, wenn du eine Person kurz und klar aufforderst, eine bestimmte Handlung auszuführen. Und das ist ja Sinn und Zweck jedes CTA.

Im Folgenden erkläre ich, wie der Imperativ gebildet wird und welche Sonderformen es gibt. Eine Tabelle hilft dir, die benötigte Form rasch abzulesen.

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Suchmaschinenoptimierung – vom Keywordstuffing zum ehrlichen Text

Vor einigen Tagen war es mal wieder so weit. Ich erhielt die Anfrage, ob ich einen keywordoptimierten Text über eine Dienstleistung schreiben könne. Der Text sollte 400 bis 700 Wörter umfassen. Davon sollten dann allerdings mindestens 250 Wörter den Keywords (darunter viele Long-Tail-Phrasen, also mehrgliedrige Keywords) vorbehalten sein.

Ich riet dem Auftraggeber ab – zum einen, weil sich kein sinnvoller Text schreiben lässt, wenn jedes zweite oder dritte Wort ein Keyword ist. Aber er blieb hartnäckig bei seinem Wunsch. Das Ergebnis war dann die zu erwartende Katastrophe und der Auftraggeber war enttäuscht. Schließlich hatte ich ihm vorher schon bessere, emotional ansprechende Texte geschrieben.

Ja Herrschaftszeiten, Leute, man muss doch nur einmal die Probe aufs Exempel machen: Versuche einen Satz zu sagen, in dem jedes zweite und dritte Wort “Kirschbaum” lautet. Oder: “Was kostet ein Kirschbaum?” Was soll denn dabei emotional Packendes herauskommen?

Weil die Annahme, dass das wüste Verwursten von Keywords irgendwie zielführend sei, aber immer noch durch zahlreiche Köpfe spukt, habe ich mich hingesetzt und aufgeschrieben, wie es besser geht.

Schließlich haben sich die Algorithmen der Suchmaschinen längst weiterentwickelt – sodass die starke Fokussierung auf Keywords weder notwendig noch nützlich ist. In diesem Beitrag möchte ich dir daher zeigen, warum du von einem inflationären Keyword-Gebrauch lieber die Finger lassen und dich stattdessen auf deine Zielgruppe und deine Inhalte konzentrieren solltest.

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Stellenanzeigen schreiben – in drei Minuten verstehen, wie’s funktioniert

Ich glaube es selbst kaum, aber mein erstes Erklärvideo ist fertig. Just for fun und eigentlich nur, um mal zu testen, wie es funktioniert, habe ich die kostenfreie Basisversion von mysimpleshow dafür verwendet.

Standbild Stellenanzeigen video

Fazit: Es macht Spaß, leider werden aber in der kostenlosen Version viel zu wenig Funktionen freigeschaltet, um damit wirklich kreativ arbeiten zu können. Und das Upgrade ist mir als Gelegenheitstäterin dann doch zu teuer.

Herunterladen lässt sich das Video ohne Upgrade auch nicht – aber falls ihr euch dafür interessiert oder gern wissen möchtet, was sich aus einem kurzen Video über das Texten von Stellenanzeigen lernen lässt, könnt ihr das Ergebnis hier anschauen.

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Fachkräftemangel in Bremen, Teil 2

Wie können Stellenanzeigen helfen, geeignete Bewerber zu finden?

Meine kleine Bewerber-Journey durch die Stellenanzeigen Bremer Unternehmen ist gewiss nicht repräsentativ. Aber aufgrund eigener Erfahrungen als Texterin von Stellenanzeigen erkenne ich rasch, wo die Schwachstellen liegen. Auffällig war, dass einige Unternehmen von Weltrang sich zumindest in den Anzeigen auf der eigenen Website wenig Mühe geben, Bewerber zu begeistern, sie in einen Dialog zu holen, ihnen prägnante Informationen zu liefern und ihre Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber zu benennen. Daher möchte ich im Folgenden ein paar Tipps geben, was zum Standard guter Stellenausschreibungen gehört.

Die grundlegende Frage, die Unternehmen mit großem Bedarf an hoch spezialisierten Fachkräften heute jeder Stellenausschreibung voranstellen müssen, lautet: Was haben wir im „War for Talent“ eigentlich zu bieten? Und wenn können wir damit überzeugen? Weiterlesen

Fachkräftemangel in Bremen

Imageproblem einer Stadt oder Folge der Unternehmenskommunikation?

Über die Bedeutung von Stellenanzeigen für die rasche Besetzung vakanter Stellen

Januar 2018: Bremer Unternehmen beklagen öffentlich, dass sie keine Fachkräfte finden. Begründung: Das Image der Stadt sei zu negativ, insbesondere das Bildungssystem schrecke viele Bewerber mit Kindern ab, nach Bremen zu ziehen. Eine Imagekampagne müsse her, damit Bremer Unternehmen ihre Stellen wieder besetzen könnten.

Als Texterin, die regelmäßig Stellenanzeigen formuliert, bin ich mit dem Problem vieler Unternehmen, Fachkräfte zu finden, durchaus vertraut. Skeptisch werden ließ mich jedoch die Begründung, das Image der Stadt sei an den ausbleibenden Bewerbungen oder am mäßigen Interesse schuld. Zumal nicht alle Bremer Unternehmen diese Ansicht teilen.

Meine berufliche Neugierde hat mich veranlasst, mir Ausschreibungen von Bremer Unternehmen, die der eigenen Aussage nach verzweifelt Fachkräfte suchen, genauer anzuschauen. In diesem Beitrag schildere ich:

  1. Welche typischen Fehler ich in Stellenausschreibungen Bremer Unternehmen gefunden habe und
  2. was Unternehmen besser machen können, um mehr qualifizierte Bewerber für ihre Ausschreibungen zu interessieren. Weiterlesen

Liveschalte zum Attentat

  • Über die bigotte Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien

Als in der Türkei geputscht wurde, gab es in den öffentlich-rechtlichen Sendern zunächst kaum eine Reaktion. Während überall auf der Welt live berichtet wurde, konnte man hier gemütlich Musik hören oder den üblichen Serienquatsch anschauen, der einem Abend für Abend von unseren Sendern mit öffentlichem Auftrag so dargeboten wird.

Daran gab es viel Kritik und vielleicht wollte die ARD es gestern besser machen. Während des Attentats in München wurde stundenlang live gesendet. Zutage kam dabei kein Hintergrundwissen, wie auch, zu diesem frühen Zeitpunkt. Zutage kam dagegen, wie bigott diese Medien berichten, die Besonnenheit predigen und gleichzeitig Verdachtsmomente in die Welt setzen oder das Unheil herbeireden. Schön skandiert von Aussagen wie: Nichts Genaues weiß man nicht.

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Produktbeschreibungen für Onlineshops: nichts einfacher als das?

Texten für Einsteiger

Wer einen kleinen Onlineshop führt, kann sich groß angelegtes Marketing nicht leisten. Und greift notgedrungen selbst zur Tastatur, um seine Produkte zu beschreiben. In Unternehmen von mittlerer Größe wird diese Aufgabe auch gern an Angestellte delegiert. Denn schließlich: Nichts ist doch einfacher, als eine Produktbeschreibung zu formulieren, oder?

Dinge beschreiben, das lernt man ja schon in der Grundschule. Wie sieht das Dings aus? Aus welchem Material ist es gefertigt? Was kann man damit machen? Aber mal ehrlich: Nichts ist langweiliger als eine Produktbeschreibung, die nur Produktdetails aufzählt. Und nichts ist überflüssiger, als eine Produktbeschreibung, der überhaupt keine wissenswerten Informationen zu entnehmen sind.

Produktdetails sind wichtig. Aber nur Begeisterung verkauft.

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