Kategorie-Archiv: Texten und Kommunizieren

Suchmaschinenoptimierung – vom Keywordstuffing zum ehrlichen Text

Vor einigen Tagen war es mal wieder so weit. Ich erhielt die Anfrage, ob ich einen keywordoptimierten Text über eine Dienstleistung schreiben könne. Der Text sollte 400 bis 700 Wörter umfassen. Davon sollten dann allerdings mindestens 250 Wörter den Keywords (darunter viele Long-Tail-Phrasen, also mehrgliedrige Keywords) vorbehalten sein.

Ich riet dem Auftraggeber ab – zum einen, weil sich kein sinnvoller Text schreiben lässt, wenn jedes zweite oder dritte Wort ein Keyword ist. Aber er blieb hartnäckig bei seinem Wunsch. Das Ergebnis war dann die zu erwartende Katastrophe und der Auftraggeber war enttäuscht. Schließlich hatte ich ihm vorher schon bessere, emotional ansprechende Texte geschrieben.

Ja Herrschaftszeiten, Leute, man muss doch nur einmal die Probe aufs Exempel machen: Versuche einen Satz zu sagen, in dem jedes zweite und dritte Wort “Kirschbaum” lautet. Oder: “Was kostet ein Kirschbaum?” Was soll denn dabei emotional Packendes herauskommen?

Weil die Annahme, dass das wüste Verwursten von Keywords irgendwie zielführend sei, aber immer noch durch zahlreiche Köpfe spukt, habe ich mich hingesetzt und aufgeschrieben, wie es besser geht.

Schließlich haben sich die Algorithmen der Suchmaschinen längst weiterentwickelt – sodass die starke Fokussierung auf Keywords weder notwendig noch nützlich ist. In diesem Beitrag möchte ich dir daher zeigen, warum du von einem inflationären Keyword-Gebrauch lieber die Finger lassen und dich stattdessen auf deine Zielgruppe und deine Inhalte konzentrieren solltest.

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Stellenanzeigen schreiben – in drei Minuten verstehen, wie’s funktioniert

Ich glaube es selbst kaum, aber mein erstes Erklärvideo ist fertig. Just for fun und eigentlich nur, um mal zu testen, wie es funktioniert, habe ich die kostenfreie Basisversion von mysimpleshow dafür verwendet.

Standbild Stellenanzeigen video

Fazit: Es macht Spaß, leider werden aber in der kostenlosen Version viel zu wenig Funktionen freigeschaltet, um damit wirklich kreativ arbeiten zu können. Und das Upgrade ist mir als Gelegenheitstäterin dann doch zu teuer.

Herunterladen lässt sich das Video ohne Upgrade auch nicht – aber falls ihr euch dafür interessiert oder gern wissen möchtet, was sich aus einem kurzen Video über das Texten von Stellenanzeigen lernen lässt, könnt ihr das Ergebnis hier anschauen.

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Fachkräftemangel in Bremen, Teil 2

Wie können Stellenanzeigen helfen, geeignete Bewerber zu finden?

Meine kleine Bewerber-Journey durch die Stellenanzeigen Bremer Unternehmen ist gewiss nicht repräsentativ. Aber aufgrund eigener Erfahrungen als Texterin von Stellenanzeigen erkenne ich rasch, wo die Schwachstellen liegen. Auffällig war, dass einige Unternehmen von Weltrang sich zumindest in den Anzeigen auf der eigenen Website wenig Mühe geben, Bewerber zu begeistern, sie in einen Dialog zu holen, ihnen prägnante Informationen zu liefern und ihre Alleinstellungsmerkmale als Arbeitgeber zu benennen. Daher möchte ich im Folgenden ein paar Tipps geben, was zum Standard guter Stellenausschreibungen gehört.

Die grundlegende Frage, die Unternehmen mit großem Bedarf an hoch spezialisierten Fachkräften heute jeder Stellenausschreibung voranstellen müssen, lautet: Was haben wir im „War for Talent“ eigentlich zu bieten? Und wenn können wir damit überzeugen? Weiterlesen

Fachkräftemangel in Bremen

Imageproblem einer Stadt oder Folge der Unternehmenskommunikation?

Über die Bedeutung von Stellenanzeigen für die rasche Besetzung vakanter Stellen

Januar 2018: Bremer Unternehmen beklagen öffentlich, dass sie keine Fachkräfte finden. Begründung: Das Image der Stadt sei zu negativ, insbesondere das Bildungssystem schrecke viele Bewerber mit Kindern ab, nach Bremen zu ziehen. Eine Imagekampagne müsse her, damit Bremer Unternehmen ihre Stellen wieder besetzen könnten.

Als Texterin, die regelmäßig Stellenanzeigen formuliert, bin ich mit dem Problem vieler Unternehmen, Fachkräfte zu finden, durchaus vertraut. Skeptisch werden ließ mich jedoch die Begründung, das Image der Stadt sei an den ausbleibenden Bewerbungen oder am mäßigen Interesse schuld. Zumal nicht alle Bremer Unternehmen diese Ansicht teilen.

Meine berufliche Neugierde hat mich veranlasst, mir Ausschreibungen von Bremer Unternehmen, die der eigenen Aussage nach verzweifelt Fachkräfte suchen, genauer anzuschauen. In diesem Beitrag schildere ich:

  1. Welche typischen Fehler ich in Stellenausschreibungen Bremer Unternehmen gefunden habe und
  2. was Unternehmen besser machen können, um mehr qualifizierte Bewerber für ihre Ausschreibungen zu interessieren. Weiterlesen

Liveschalte zum Attentat

  • Über die bigotte Berichterstattung öffentlich-rechtlicher Medien

Als in der Türkei geputscht wurde, gab es in den öffentlich-rechtlichen Sendern zunächst kaum eine Reaktion. Während überall auf der Welt live berichtet wurde, konnte man hier gemütlich Musik hören oder den üblichen Serienquatsch anschauen, der einem Abend für Abend von unseren Sendern mit öffentlichem Auftrag so dargeboten wird.

Daran gab es viel Kritik und vielleicht wollte die ARD es gestern besser machen. Während des Attentats in München wurde stundenlang live gesendet. Zutage kam dabei kein Hintergrundwissen, wie auch, zu diesem frühen Zeitpunkt. Zutage kam dagegen, wie bigott diese Medien berichten, die Besonnenheit predigen und gleichzeitig Verdachtsmomente in die Welt setzen oder das Unheil herbeireden. Schön skandiert von Aussagen wie: Nichts Genaues weiß man nicht.

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Produktbeschreibungen für Onlineshops: nichts einfacher als das?

Texten für Einsteiger

Wer einen kleinen Onlineshop führt, kann sich groß angelegtes Marketing nicht leisten. Und greift notgedrungen selbst zur Tastatur, um seine Produkte zu beschreiben. In Unternehmen von mittlerer Größe wird diese Aufgabe auch gern an Angestellte delegiert. Denn schließlich: Nichts ist doch einfacher, als eine Produktbeschreibung zu formulieren, oder? Dinge beschreiben, das lernt man ja schon in der Grundschule. Wie sieht das Dings aus? Aus welchem Material ist es gefertigt? Was kann man damit machen? Aber mal ehrlich: Nichts ist langweiliger als eine Produktbeschreibung, die nur Produktdetails aufzählt. Und nichts ist überflüssiger, als eine Produktbeschreibung, der überhaupt keine wissenswerten Informationen zu entnehmen sind.

Produktdetails sind wichtig. Aber nur Begeisterung verkauft.

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Das falsche Signal. Gedankensplitter zu einer abgedroschenen Phrase

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Nachrichtensendung, Talkshow, Dokumentation: Wo immer öffentlich und publikumswirksam debattiert wird, da ertönt es: das falsche Signal. Nicht als Störsignal in der Übertragung der Sendung. Sondern im Sendungsbewusstsein. Die Steuerpläne der Bundesregierung, Rabattschlachten im Marketing, Gerichtsurteile, Betreuungsgeld, Studiengebühren oder diplomatische Zurückhaltung – alles falsche Signale. Ganz besonders beliebt im Moment: die Rentenreform. Das falscheste aller Signale.

Beispiele seht ihr in diesem Video.

Nicht die Botschaft ist falsch, sondern das Signal

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Kaufen Sie Halterungen ohne hässliche Saugnäpfe!

Eigentlich wollte ich mich ja nur über Smartphone-Halterungen fürs Auto informieren. Gefunden habe ich dann aber ein beeindruckendes  Beispiel dafür, was den Unterschied zwischen der sorgfältigen Planung und Konzeptionierung einer Website und deren Befüllung mit Billigtexten ausmacht. Zumindest was mich anbelangt, ist die Absicht, Neukunden über die Website zu gewinnen, nicht aufgegangen. Warum das so ist, lässt sich an vier typischen Fehlern, die sich in zahlreichen Produktbeschreibungen wiederfinden, rasch zeigen.

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Best Blog Award – danke für das Blogstöckchen!

Puh, das schlechte Gewissen. Mein ureigener Fortbildungsmarathon und ein volles Auftragsbüchlein gingen vor und vor und vor … Und mein Blog? Das große Schweigen. Und mitten hinein wirft mir ganz unerwartet Ulrike Hecker von ihrem wunderschönen Bambooblog  ein Blogstöckchen zu. Mit Fragen, die auf den ersten Blick einfach zu beantworten scheinen … aber was ist schon einfach für eine, die sich so ungern festlegen lässt …

Nun denn, es ist vollbracht. Ich nehme dankend an und reiche gern weiter. Die Regeln?

Die tradierten Regeln für den Best-Blog-Award lauten:
1. Einfach einen Post zum Thema verfassen, das Bildchen vom Award einfügen und mit demjenigen verlinken, der ihn dir verliehen hat.
2. 11 Fragen beantworten.
3. 10 weitere Blogger taggen und ihnen 11 Fragen stellen.
4. Die 10 Glücklichen mit einem Kommentar auf den Award aufmerksam machen.

Seid ihr dabei?

Hier zunächst meine Antworten auf Ulrikes Fragen: Weiterlesen