“Friss oder stirb!” So verwendest du den Imperativ für deinen Call to Action

Der Call to Action gilt als Herzstück jeder Website, die etwas verkaufen oder Nutzer zu einer gewünschten Handlung bringen möchte. Der Ruf erscheint für gewöhnlich im Imperativ – zum einen ist der schön kurz, zum anderen ist dies im Deutschen eben die typische Form für Handlungsaufforderungen.

Leider stößt man im Netz aber immer wieder auf fehlerhaft formulierte Aufforderungen. So heißt es dann beispielsweise: Nehme teil (statt nimm teil). Ich vermute, dass es nicht nur Unkenntnis ist, die dazu führt, dass sich diese Kochbuch-Form immer weiter ausbreitet. Für manchen mag es irgendwie netter klingen – oder aber der Begriff Imperativ schreckt ab, weil man gelernt hat, ihn als Befehlsform zu interpretieren. Wer will seinen Kunden schon etwas befehlen.

Aber der Imperativ ist nicht wirklich ein bellender Imperator, sondern eine sparsame Form, einen Wunsch oder einen Vorschlag, manchmal auch einen guten Rat auszudrücken. Er verträgt sich sehr gut mit einem „bitte“ und wie immer macht der Ton die Musik. Daher ist er die angemessene Form, wenn du eine Person kurz und klar aufforderst, eine bestimmte Handlung auszuführen. Und das ist ja Sinn und Zweck jedes CTA.

Im Folgenden erkläre ich, wie der Imperativ gebildet wird und welche Sonderformen es gibt. Eine Tabelle hilft dir, die benötigte Form rasch abzulesen.

 

Der Imperativ: Handlungsaufforderung im Hier und Jetzt

Mit dem Imperativ wendest du dich an eine oder mehrere Personen, die du direkt ansprichst. Daher kann er nur in drei Formen und nur im Präsens (Gegenwart) vorkommen:

  • Wenn du eine Person duzt: Nimm, gib, sieh, lebe
  • Wenn du mehrere Personen duzt: Nehmt, gebt, seht, lebt
  • Wenn du eine oder mehrere Personen siezt: Nehmen Sie, geben Sie, sehen Sie, leben Sie

Solange du jemanden siezt, gibt es mit dem Imperativ keine Probleme. Hier nimmst du immer die Grundform des Verbs (sehen, geben, nehmen, arbeiten, fahren …) und fügst ein Sie und ein Ausrufezeichen an.

Schwieriger wird es, wenn du jemanden duzt. Hier musst du zunächst wissen, wie die zweite Person Einzahl des Verbs lautet, also beispielsweise

  • leben ➨ du leb-st,
  • sehen ➨ du sieh-st,
  • geben ➨ du gib-st,
  • nehmen ➨ du nimm-st,
  • arbeiten ➨ du arbeite-st,
  • fahren ➨ du fähr-st,
  • lächeln ➨ du lächel-st,
  • kichern ➨ du kicher-st.

 

Der Imperativ bei regelmäßigen Verben

Um den Imperativ für die Formen du/ihr zu bilden, streichst du die Personalendung -st vom Stamm ab. Außerdem lässt du das Personalpronomen (du/ihr) weg. Als Ersatz fügst du folgende Endungen an:

Leb-e!

Leb-t!

Der Imperativ bei unregelmäßigen Verben mit Umlaut in der 2. Person Einzahl

Das Gleiche gilt für Verben, deren Stammvokal in der zweiten Person zum Umlaut wird, also beispielsweise für fahren, das in der 2. Person ein ä erhält (fahren à du fährst). Dieser Umlaut hat auf den Imperativ keinen Einfluss, er lautet:

Fahr-e!

Fahr-t!

Aber Achtung: Wenn schon die Grundform einen Umlaut enthält, bleibt dieser erhalten, wie beispielsweise beim Verb „mähen“:

Mähe!

Mäht!

Der Imperativ bei unregelmäßigen Verben mit Vokalwechsel von e zu i

Etwas mehr verändern musst du, wenn der Wortstamm einen Vokalwechsel von e zu i aufweist, wie beispielsweise bei dem Verb geben. In der zweiten Person heißt es: du gibst. Hier streichst du wieder die Endung -st weg.

Sprichst du eine Person an, die du duzt, brauchst du nichts weiter zu tun.  Der Imperativ lautet: Gib!

Sprichst du mehrere Personen an, die du duzt, lautet der Imperativ: Gebt! Du übernimmst den Vokalwechsel also nicht, und hängst einfach wieder ein -t an. Dies gilt auch für andere Verben wie

  • nehmen ➨ du nimmst ➨ nimm/nehmt,
  • sehen ➨ du siehst ➨ sieh/seht,
  • essen ➨ du isst ➨ iss/esst,
  • sprechen ➨ du sprichst ➨ sprich/sprecht,
  • lesen ➨ du liest ➨ lies/lest und so weiter und so fort.

 

Ausnahmen bestätigen die Regel: sei und werde!

Wie immer gibt es natürlich Ausnahmen – das Verb sein und das Verb werden lassen sich nicht nach diesem Muster umwandeln.

Der Imperativ lautet hier:

Sei! Werde!

Seid! Werdet!

Seien Sie! Werden Sie!

 

Mit oder ohne Endungs-e?

Das ist schon alles, mehr muss man über den Imperativ eigentlich nicht wissen. Ach doch, eine Kleinigkeit noch: Bei vielen Verben ist es mittlerweile üblich, die Endung -e in der Du-Form wegzulassen. Etwa beim Verb lassen. Niemand sagt heute noch: Lasse das! Oder: Lasset das! Und auch bei vielen anderen Verben ist es üblich geworden, das Endungs-e wegzulassen, beispielsweise:

Frag/fragt ihn, sag/sagt es ihm, mach/macht mal, zeig/zeigt her und dergleichen. Hier musst du ein wenig abwägen: Was passt besser in den Kontext? Zu wem sprichst du und welche Sprachgewohnheiten kennzeichnen deine Zielgruppe?

Denke aber daran: Sprache will gesprochen werden!

Lediglich, wenn es schwierig wird, den Imperativ ohne Endung noch auszusprechen, muss das -e erhalten bleiben. Dies ist immer dann der Fall, wenn zwei oder mehrere verschiedene Konsonanten am Stamm-Ende aufeinandertreffen, beispielsweise beim Verb atm-en. Oder wenn der Stamm ein -d oder -t enthält, wie bei arbeit-en oder red-en.

Atm! oder Atmt!, Arbeit! oder Arbeitt!, Red! oder Redt! – das wäre sicher lustig anzuhören, aber wenig verständlich. Daher heißt es weiterhin korrekt:

Atme! Arbeite! Rede!

Atmet! Arbeitet! Redet!

Atmen Sie! Arbeiten Sie! Reden Sie!

Verben auf -eln: Du hast die Wahl

Ob mit oder ohne -e, das kannst du dir schließlich noch bei Verben aussuchen, die auf -eln enden.

Nebeneinander stehen hier die Formen:

Lächle doch mal und lächele doch mal!

Verben auf -ern: Bitte ein e einfügen

Bei Verben, die auf -ern enden, ist es dagegen nach wie vor üblich, das e- einzubinden:

Kichere nicht!

Ausrufezeichen nicht vergessen und Sie großschreiben, bitte!

Und wie du nun auch schon bemerkt hast: Der Imperativ schließt in der Schriftsprache immer mit einem Ausrufezeichen ab. Aber bitte nur mit einem, mehr braucht es nicht!!!11!!  Zu guter Letzt hier noch eine Tabelle, aus der du die verschiedenen Formen ablesen kannst.

 

Imperativ für dein Call to Action:Formen

Imperativ für dein Call to Action:Formen

Wie immer gilt: Bei Fragen einfach fragen! Und falls etwas fehlt, ergänzt es gern in einem Kommentar!

 

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